2026 05 20 Douai12Fünf unvergessliche Tage in Douai

Nachdem unsere französischen Austauschpartner bereits im vergangenen Dezember bei uns zu Gast gewesen waren, durften nun 16 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 vom 18. bis 22. Mai den Gegenbesuch an unserer Partnerschule, der Institution Saint Jean in Douai, antreten. Entsprechend groß war die Vorfreude auf fünf Tage voller neuer Eindrücke, Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse.

Nach der Ankunft lernten unsere Schülerinnen und Schüler zunächst die Partnerschule kennen. Neben einer Führung durch die Schule stand auch eine offizielle Begrüßung auf dem Programm. Gemeinsam mit einer italienischen Schülergruppe einer Schule in Bari, die im Rahmen des Erasmus+-Programms an der Schule zu Gast war, wurden wir herzlich empfangen. Der französische Schulleiter Monsieur Chuepo, die italienische Schulleiterin und Herr Deckers richteten einige Worte an die Anwesenden – sehr zur Freude unserer Gastgeber sogar auf Französisch. So wurde gleich zu Beginn der europäische Gedanke des Austauschs spürbar.

Erst am Abend hieß es dann für viele: Mut zusammennehmen und die ersten französischen Sätze in den Gastfamilien ausprobieren. « Bonsoir, merci de m’accueillir chez vous ! » oder « Je suis très content(e) d’être ici ! » hatten sich viele vorher zurechtgelegt. Schnell zeigte sich jedoch, dass ein freundliches Lächeln oft genauso hilfreich ist wie perfekte Sprachkenntnisse. Mit Geduld, Gesten und gegenseitigem Entgegenkommen klappte die Verständigung meist erstaunlich gut. Unterschiedliche Gewohnheiten sorgten gelegentlich für Überraschungen. Gerade darin liegt jedoch ein wichtiger Wert eines Austauschs: aufeinander zuzugehen, Lösungen zu finden und neue Perspektiven kennenzulernen.

Nach zwei Stunden im Unterricht ihrer Austauschpartner stand am Dienstag auch die Besichtigung der Stadt Douai auf dem Programm. Das Highlight wartete hoch über den Dächern der Stadt: der berühmte Glockenturm. Neben einem beeindruckenden Ausblick durfte die Gruppe sogar ein kleines Glockenspielkonzert genießen.

Der Mittwochnachmittag gehörte ganz den deutsch-französischen Freundschaften. Gemeinsam mit ihren correspondants verbrachten die Jugendlichen ihre Freizeit, lernten deren Hobbys kennen oder nutzten die Gelegenheit für einen Ausflug ins nahegelegene Lille. So entstand ein ganz persönlicher Einblick in den französischen Alltag.

Ein weiterer Höhepunkt folgte am Donnerstag: Bereits um 6.15 Uhr ging es im Reisebus auf nach Paris. Bei strahlendem Sonnenschein konnten zahlreiche Sehenswürdigkeiten bestaunt werden, die viele bisher nur aus dem Französischbuch kannten: der Eiffelturm, der Triumphbogen, die Tuilerien, der Louvre, die Sorbonne, das Panthéon und der Jardin des Plantes. Zwischendurch blieb natürlich auch Zeit für eine Stärkung mit köstlichen Crêpes!

Viel zu schnell kam schließlich der Freitag. Nach einem gemeinsamen Abschiedsfrühstück arbeiteten die deutsch-französischen Teams noch an Präsentationen zu den Pariser Sehenswürdigkeiten und den Ergebnissen einer Fotorallye, bevor es Zeit wurde, Abschied zu nehmen.

Mit vielen neuen Erfahrungen, vertieften Freundschaften und zahlreichen schönen Erinnerungen im Gepäck kehrte die Gruppe am Freitagabend wohlbehalten nach Meschede zurück. Der Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd persönliche Begegnungen über Ländergrenzen hinweg sein können.

 Vive l’amitié franco-allemande !

Un grand merci allen, die daran beteiligt waren, uns diesen Austausch zu ermöglichen. Danke für die sehr herzliche Gastfreundschaft, die wir in Saint-Jean und den Familien erfahren durften.

Text: Dorothee Berkenheide

Fotos: Carole Czarnecki, Joachim Deckers, Dorothee Berkenheide