2026 04 14 Gewässerökologie2Feldarbeit und Laboranalyse: Der Q1 Koop-Bio-LK untersucht den Gierskoppbach

Wie steht es um die Wasserqualität unserer heimischen Fließgewässer? Dieser Frage ging der Koop-Biologie-Leistungskurs der Q1 von Herrn Völlmecke im Rahmen einer praxisnahen Exkursion zum Berufskolleg nach Olsberg auf den Grund.

Von der Theorie in die Praxis Im Fokus der Untersuchung stand der Gierskoppbach, ein Zufluss der Ruhr. Unter Anleitung und mit professioneller Ausrüstung untersuchten die Schülerinnen und Schüler das Gewässer zunächst direkt vor Ort. Dabei wurden nicht nur Wasserproben entnommen, sondern auch die Flora und Fauna des Bachbettes genauestens inspiziert. Das Sammeln von Zeigerorganismen unter Steinen und im Sediment war dabei der erste Schritt zur Bestimmung der biologischen Qualität.

Präzisionsarbeit im Biolabor Anschließend verlegte der Kurs seinen Arbeitsplatz in das Biolabor des Berufskollegs Olsberg. Hier wurden die chemischen Parameter analysiert:

  • Nährstoffgehalt: Bestimmung von Phosphat, Nitrat, Nitrit und Ammonium.
  • Chemischer Zustand: Messung des pH-Werts.

Hintergrund: Was bedeuten die Messwerte? Um den Zustand eines Baches wissenschaftlich zu erfassen, nutzt man zwei zentrale Kennzahlen:

  1. Saprobienindex: Dies ist ein biologischer Indikator für die organische Belastung eines Gewässers. Da verschiedene Kleinstlebewesen (wie Eintagsfliegenlarven oder Bachflohkrebse) unterschiedlich empfindlich auf Sauerstoffmangel und Verschmutzung reagieren, dienen sie als „Zeigerorganismen“. Je nach Vorkommen dieser Arten lässt sich ein Indexwert errechnen.
  2. Gewässergüte: Sie fasst die biologischen und chemischen Ergebnisse in einem System von Güteklassen zusammen (meist von I bis IV). Güteklasse 2 gilt dabei als „gut“ und beschreibt einen Zustand mit mäßiger organischer Belastung und hoher Artenvielfalt.

Ein erfreuliches Ergebnis Die Auswertung im Labor ergab für den Gierskoppbach einen Saprobienindex von 1,85 und eine daraus resultierende Gewässergüteklasse von 2. Dies bescheinigt dem Bach eine gute Wasserqualität und ein funktionierendes Ökosystem, bevor er in die Ruhr mündet. Die chemischen Parameter wie Nitrat und Phosphat lagen ebenfalls im grünen Bereich.

Gemeinsamer Abschluss Nach getaner Arbeit kam auch der soziale Aspekt nicht zu kurz. Der Kurs ließ den lehrreichen und erfolgreichen Vormittag bei einem gemeinsamen Essen im Restaurant „Hana“ in Olsberg ausklingen. Ein herzlicher Dank gilt dem Berufskolleg Olsberg für die fachliche Unterstützung und die Bereitstellung der Labormaterialien!

Text und Fotos: Joschka Völlmecke