2026 04 29 MausefalleE2„Die Mausefalle“ am Benediktinergymnasium Meschede

Am 29. April war es so weit: Nach fünfjähriger Pause feierte die Theater-AG „Die Theatiner“ des Benediktinergymnasiums Meschede ihre lang erwartete Rückkehr auf die Bühne – und überzeugte mit einer bemerkenswerten Premiere von Agatha Christies berühmtem Kriminalstück „Die Mausefalle“.

Dabei hätte der Neustart kaum anspruchsvoller gewählt werden können. Das Stück gilt als Paradebeispiel klassischer Kriminaldramaturgie: In einer abgelegenen, eingeschneiten Pension trafen unterschiedlichste Gäste aufeinander. Eine Mordserie warf ihre Schatten voraus, ein Inspektor erschien – und schnell wurde klar: Jeder könnte der Täter sein. Das Misstrauen wuchs, Beziehungen veränderten sich und die Spannung steigerte sich bis zum typischen, überraschenden Christie-Twist am Ende, der das Publikum noch einmal völlig neu auf die Ereignisse blicken ließ.

Dass sich ein neu formiertes Ensemble mit vielen Spielerinnen und Spielern, die zum ersten Mal auf der Bühne standen, gerade an dieses Werk wagte, war ein mutiger Schritt. Doch er hatte sich gelohnt: Die vier Vorstellungen waren sehr gut besucht. Unter der Leitung von Bruder Benedikt und Ulrike Hömberg entstand eine Inszenierung, die von Beginn an fesselte. Zwölf Darstellerinnen und Darsteller brachten die Geschichte auf die Bühne – teilweise sogar doppelt besetzt, was dem Projekt zusätzliche Lebendigkeit und Flexibilität verlieh.

Während der Aufführung wurde schnell deutlich, wie intensiv die Probenarbeit gewesen sein musste. Die Jugendlichen waren sichtbar in ihre Charaktere hineingewachsen. Sie blieben konsequent in ihren Rollen, reagierten dynamisch aufeinander, hielten die Spannung durch ein präzises Zusammenspiel und setzten gezielt Pointen – ganz im Sinne der „Queen of Crime“. Besonders beeindruckend war, wie selbstverständlich sie sich in den Dialogen bewegten und auch in ruhigeren Momenten die dichte Atmosphäre aufrechterhielten.

Das durchdachte Bühnenbild unterstützte die Inszenierung wirkungsvoll: Es schaffte den passenden Rahmen für die eingeschlossene Welt der Pension Monkswell Manor, ohne vom Spiel der Darstellenden abzulenken. So entstand ein stimmiges Gesamtbild, das die Zuschauerinnen und Zuschauer mitten in das Geschehen hineinzog.

Nicht zuletzt war bereits die Beschaffung der Aufführungsrechte aus London mit einem erheblichen Aufwand verbunden, was umso mehr den hohen Anspruch des Projekts zeigte. Für ein Ensemble, in dem fast alle Gruppenmitglieder das erste Mal auf der Bühne standen, war die Entscheidung für Agatha Christie durchaus eine große Herausforderung. Doch gerade dieser Mut zahlte sich aus: Die Inszenierung wirkte kurzweilig, spannend und erstaunlich souverän.

Personen und ihre Darsteller:

Mollie Ralston: Frida Eickhoff

Giles Ralston: Sophie Kotthoff

Christopher Wren: Lilly Hoffmann &Lea Kramer

Mrs. Boyle: Emma Hömberg & Letizia Winkelmeier

Major Metcalf: Arthur Diel

Miss Casewell: Sina Blaser & Magdalena Franzen

Mrs. Paravicini: Leonie Selting & Pauline von Weichs

Detective Sergeant Trotter: Nils Wiemann

Regie: Ulrike Hömberg & Br. Benedikt Müller OSB

Inspizientin /Stimme Radio: Eleanor Wuttke

Souffleusen: Sina Blaser, Magdalena Franzen, Leonie Selting, Pauline von Weichs

Text: Br. Benedikt Müller OSB

Fotos: Eleanor Wuttke und Inken Schäfke