(entnommen aus dem RUNDBRIEF 1996, S. 11ff)

In totalitären Staaten geht die Gewinnung der Jugend einher mit der Zukunftssicherung des Herrschaftssystems. Die Erziehung und damit vor allem die Schule gewinnt eine zentrale Bedeutung. Im Dritten Reich war die Hauptfunktion die Vermittlung nationalsozialistischer Werte und Weltanschauungen.

"Der Indoktrination und Ideologievermittlung auf inhaltlicher Ebene entsprach die Zentralisierung und Ausschaltung konkurrierender Erziehungsmächte in organisatorisch-institutioneller Hinsicht. Hier waren die Kirchen in doppelter Weise im Weg: Einmal ging es um die Verdrängung des Religionsunterrichtes, religiöser Symbole und kirchlichen Einflusses überhaupt, zum anderen speziell um den Abbau und die Beseitigung der konfessionellen Bekenntnis- und Privatschulen."1

Durch das Reichskonkordat vom 20. Juli 1933, Artikel 21 bis 24, glaubte man innerhalb der kirchlichen Kreise die Existenz von Religionsunterricht und Bekenntnisschulen gesichert.2 In diesem staats- und völkerrechtlichen Abkommen sahen kirchliche Amtsträger ein Dokument, durch das ein evtl. Vertragsbruch der Nationalsozialisten in aller Öffentlichkeit angeprangert und die Einhaltung des Vertrages gefordert werden könnte. Doch sollte die Koexistenz von katholischer Kirche und NS-Regime nicht allzu lange anh

alten. Spätestens ab Winter 1933/34 kam es zu vermehrten Zusammenstößen der sich nun gegenüberstehenden Konkordatspartner.3

(entnommen aus dem RUNDBRIEF 1994, S. 13ff)

Nach einer alten Redensart häufen sich die Feste, Jubiläen und Gedenktage, je älter ein Mensch wird. Ebenso ist es mit einer Schule, die in die Jahre kommt. In diesem Jahr können wir auf zwei solcher Festtage zurückblicken: Vor 135 Jahren wurde die höhere Schule der Stadt Meschede gegründet; vor 60 Jahren übernahmen die Benediktiner von Königsmünster die Leitung der Schule.

Ich möchte hier an die Übernahme der Rektoratsschule durch den Benediktinerkonvent erinnern und ein Wort von P. Prior Linus Leberle OSB an den Anfang setzen: "Ein Stück unserer Aufgabe ist die Schule", so umschrieb P. Prior im Jahresbericht 1934 die neue Aufgabe des Benediktinerklosters.